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Optimismus der Bürger gebremst

Bundesregierung bekommt bei Umfrage der Wirtschaftsjunioren die Note 3,5 – Metropolregion Rhein-Neckar: Bürger sehen Mindestlohn eher skeptisch; Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement deutlich über Bundesdurchschnitt

Mannheim/Ludwigshafen – Die Bundesbürger blicken weit weniger optimistisch in die Zukunft als noch im vergangenen Jahr: Wie eine Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland im Mai dieses Jahres unter rund 11.000 Bürgern ergab, erwarten nur noch 27 Prozent der Deutschen, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung auch im kommenden Jahr fortsetzen wird. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist dagegen weiter zurückgegangen: 82 Prozent der Menschen halten ihren Arbeitsplatz für sicher.

In der Metropolregion Rhein-Neckar hatte die Umfrage am 03. Mai 2008 auf dem Maimarkt stattgefunden. Dabei wurde auch nach der Einstellung der Bürger zu regionalen Themen gefragt: „Die Bürger der Metropolregion Rhein-Neckar stehen der Einführung eines Mindestlohnes eher skeptisch entgegen“ erläutern Jürgen Ding und Jan Jonescheit vom Arbeitskreis „Kritisches Engagement in der Politik“ der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen die Ergebnisse. So befürchtet fast jeder zweite, dass eine Konkurrenz in bestimmten Branchen verhindert und Arbeitsplätze gefährdet werden. 48 % glauben zudem nicht an eine Kaufkraftsteigerung. 58 % der Befragten beurteilten hingegen eine Stärkung der sozialen Sicherheit infolge von Mindestlöhnen positiv.

Die Frage nach der Bereitschaft sich bei einem „Freiwilligentag“ zu engagieren, beantworteten über 72% der Befragten positiv. „Das Ergebnis zeigt, welch enormes Potenzial für bürgerschaftliches Engagement in der Region existiert“, freut sich Regina Pfriem, Vorstand Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar. „Schon heute sind in der Region 47,5% der Befragten ehrenamtlich aktiv, womit die Metropolregion deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 36% liegt“, so Pfriem weiter. Am 20. September 2008 haben alle Bürger der Region beim ersten Freiwilligentag die Möglichkeit, ihre Tatkraft einen Tag lang in den Dienst der guten Sache zu stellen. Am 26. September 2008 werden mit einem Bürgerpreis darüber hinaus Projektideen ausgezeichnet, die die gemeinsame Sache in der Region fördern.

„Bundesweit stellen wir fest, dass sich die positive Stimmung des vergangenen Jahres nicht gehalten hat“, berichten die Kreissprecher Annina Oppinger und Karl Thews. „Nur noch 20 Prozent der Menschen erwarten eine Verbesserung ihrer persönlichen finanziellen Situation, 36 Prozent erwarten eine Verschlechterung.“ Nach zum Teil sehr guten Lohnabschlüssen im vergangenen Jahr sind dafür aus Sicht der Wirtschaftsjunioren vor allem allgemein steigende Kosten und Abgaben verantwortlich. „Deshalb muss der Staat die Bürger endlich entlasten, damit für den einzelnen mehr übrig bleibt“, fordern die Wirtschaftsjunioren.

Die Bundesregierung verliert in diesem Jahr leicht an Zustimmung und erreicht nur noch einen Notendurchschnitt von 3,5. Einhellige Zustimmung gibt es dagegen für die Forderung nach einer stärkeren Förderung von Familien.

29. Juli 2008

 

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